Munotglöcklein

Das Munotglöcklein wurde 1589 von Hans Meyer aus Kempten, genannt Hans Frei, gegossen. Im September 1589 wurde es montiert. Das Glöcklein hat einen Durchmesser von 90.5 cm; eine Höhe von ca. 70 cm und ein Gewicht von ca. 420 kg. Im Sommer 2002 wurde es durch die Glockengiesserei Rüetschi in Aarau und durch das Glockenschweisswerk Lachenmeyer in Nördlingen (Deutschland), repariert: Schweissen eines Horizontalrisses von rund 240 Grad, oder ca. zwei Meter Länge; Ersatz des Klöppels und Reparatur an der Aufhängung.

Seit dem 26. August 2002 wird die Glocke – wie seit 1589 – nun wieder jeden Abend um neun Uhr vom Munotwächter während fünf Minuten von Hand geläutet.


Munotglöggli, Konzertchor Schaffhausen

Aus einer kleinen Idee wurde ein aufwändig und professionell erstelltes Musikvideo: Mangels hörens- und sehenswerten Videos hat sich der Konzertchor Schaffhausen entschlossen, das allseits bekannte Lied unseres städtischen Wahrzeichens - den Munot mit seinem Munotglöggli - neu zu besingen und die im Lied enthaltene Geschichte filmisch umzusetzten.

Melodie & Text: 1911 von Ferdinand Buomberger.
Satz: Edwin Villiger (1913-2006) - Gründer und langjähriger Chorleiter dieses Chores.


Inschrift aus dem Jahre 1589 auf dem Munotglöcklein

  • «Aus dem Feur bin ich geflossen, Hans Frei zu Kempten hat mich gegossen. Wechter mirckh auf mit gancem Fleis, umw die nende stund zu nacht soldt du mich leiden.»

Liedtext – singen Sie mit!

Getextet 1911 von Dr. Ferdinand Buomberger.

munotgloeggli.mp3

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munotgloggli_lied.mp3

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  • Auf des Munots altem Turme
    schau hinaus ich in die Nacht,
    über Dächer, über Giebel,
    einsam halte ich die Wacht.
    Leise rauscht des Rheines Welle,
    leise rauscht des Kohlfirsts Wald,
    doch im Herzen pocht und hämmert
    meiner Liebe Allgewalt.

    Refrain
  • Klinge Munotglöckelein,
    grüsse mir die Liebste mein,
    klinge Munotglöckelein,
    klinge bimbam bum.

  • Auf des Munots weiter Zinne
    sah ich sie zum letzten Mal,
    wie sie scherzend, kosend tanzte
    auf dem grossen Munotball.
    Auf dem Turme musst ich wachen,
    Gott, wie ist die Welt Betrug!
    Ach man küsste mir mein Liebchen,
    während ich die Stunde schlug.

    Refrain: Klinge …
  • Als ich sah das frech Gebaren
    zog ich wütend an dem Strang,
    und ich schlug so fest die Stunde,
    dass die kleine Glocke sprang.
    Seither sind des Glöckleins Klänge
    so von stillem Weh erfüllt,
    dass den Menschen selbst im Städtchen
    Trän`um Trän`dem Aug entquillt.

    Refrain: Klinge …
  • So musst auch mein Liebchen hören
    dieses Treubruchs harten Klang,
    mög er allen falschen Mädchen
    klingen in den Ohren bang.
    Doch dir Glöcklein will ichs sagen,
    aber schweige wie das Grab,
    ich gesteh, dass ich das Mädchen
    seither fast noch lieber hab.

    Refrain: Klinge …